Interior, Personal

Kitchen Stories.

Seit über 4 Jahren wohne ich nun schon in meinen eigenen vier Wänden. In dieser Zeit ist so viel in dieser Wohnung passiert. So viele Menschen gingen ein und aus. Einige, die es immer noch tun. Andere, die es nie wieder tun werden. Es wurde geschrien, gelacht, geweint, mal laut, mal leise. Mal stand sie lange halb leer, weil ich überwinden musste, dass ich nun alleine hier wohnen würde und mal war sie vollgestellt bis oben hin, weil die Möbel ausgetauscht wurden. Sie wurden ausgetauscht, weil es wichtig war. Weil mit den ausgetauschten Möbel Erinnerungen gegangen sind. Erinnerungen, die unbedingt gehen mussten. In meiner Wut riss ich Tapeten runter, die ich mit einem Menschen verband, der mir Schmerzen zugefügt hatte. Aus demselben Grund zerdepperte ich Tassen und verschenkte Töpfe. Meine Wohnung musste sich mit mir verändern – es war wichtig.

Und deshalb steht meine Wohnung heute für so vieles, das ich in meinem Leben erreicht habe – jeden Tag zeigt sie mir wieder und wieder, dass ich alles schaffen kann, was ich mir vornehme. Sie ist mein wichtigster Zufluchtsort und der Ort an dem ich am meisten ich selbst bin. Ihre Renovierung hat mich schon viel Zeit gekostet, aber nun kann ich sehen, dass ein Ende in Sicht ist. Dass ich bald durch meine Wohnung streifen werden kann, ohne dass ich auch nur eine Sache verändern möchte. Und der letzte Raum dessen Veränderung noch bevor steht ist die Küche. Begonnen habe ich damit schon vor einiger Zeit. Aber das ist ein Prozess, der bestimmt wird durch Zeit und Geld, auf dessen Ergebnis es sich aber zu warten lohnt, denn ich mag sowieso keine halben Sachen.

Die Wände sind nun weiß gestrichen und ich habe mich endlich entscheiden können, wo es in meiner Küche stilmäßig hin soll. Die Küche darf strahlen. Weiße Möbel müssen her, naturbelassenes Holz sorgt für Gemütlichkeit und Deko-Elemente in Schwarz dürfen sowieso nicht fehlen. Für die Eleganz und weil Schwarz meine Lieblingsfarbe ist. Weil buntes Gemüse, frisches Obst und grüne Gartenkräuter so noch mehr in den Vordergrund rücken. Meine Küche soll ein geselliger Raum werden, in dem ich gerne Koche, tanzend am Herd stehe und sie soll natürlich mich widerspiegeln. Highlights in warmen Farben runden das Gesamtbild ab und zaubern mir morgens vielleicht das eine oder andere Lächeln ins Gesicht, wenn ich mir ganz verschlafen und zerknautscht meinen Tee aufkoche.

Und wie man das so macht habe ich natürlich ein paar Onlineshops nach Inspiration und hübschen Teilen durchstöbert. Der Teppich, das gerahmte „M“ und das Leuchtelement „Real“ haben sich dabei zu meinen absoluten Favoriten auserkoren, bei denen ich am liebsten sofort auf „Bestellen“ klicken würde. Der Teppich wird aber wohl leider nur ein Traum bleiben, denn er kostet fast so viel wie meine Monatsmiete. Autsch. Aber man kann sich ja inspirieren lassen und ich muss sagen, dass ich mit diesem Moodboard gut getroffen habe, wie meine Küche in Zukunft aussehen soll… :)



4er-Set Tassen in Koralltönen* / Stuhl „TOBIAS“ / Gerahmtes Poster mit Buchstabe „M“ / diptyque Kerze „Figuier“* / Kupferfarbene Standleuchte „HEKTAR“ / Teppich „Nomadic“ / Esstisch „Roskilde“ / Schwarze Melaminschüssel / Schwarzes Metalltablett / Gitter-Memoboard* / Dekorationsleuchte „Real“* / Kupferfarbene Tischuhr / Kerzenständer Kubus / Sideboard „Sunndal“ / Dunkelgraue Geschirrhandtücher mit geometrischem Muster / Weiße Geschirrhandtücher mit grauen Streifen / Samtkissen mit goldenem „Love“-Schriftzug* / Schwarze Obstschale „Caterina“ / Lochkelle / Schneebesen / Wender / Schwarzes Besteck-Set / Brotkasten mit Holzdeckel / Große Glasdose mit Deckel / Kleine Glasdose mit Deckel / Grauer Kissenbezug aus Samt / Plattenspieler / Schneidebrett aus Marmor* / Holzschneidebrett

Personal

Warum ich Angst vor 2016 habe…

Jahresrückblicke – stehe ich eigentlich total drauf. Nur dieses Jahr fällt es mir schwer, mein Jahr 2015 zu rekapitulieren. Es war ein totales Auf und Ab. Kaum hatte ich mich von einer Tiefphase gerade so erholt, dass ich wieder normal atmen konnte, steckte ich auch schon in einer Hochphase, die mich in fast utopische Sphären katapultiert hat, nur um dann ganz schnell wieder ganz unten zu landen. Es gab keine Konstante in meinem Jahr. Es hat sich so viel verändert und vor allem habe ICH mich sehr verändert. Ich musste durch die Untiefen meiner Persönlichkeit waten, um herauszufinden, wer ich bin und wer ich sein möchte – und oft war das alles andere als lustig. Deswegen will ich gar nicht zu sehr auf das vergangene Jahr zurückblicken, sondern lieber nach vorne schauen.

Ich will mich 2016, genauso wie 2015, Herausforderungen stellen, die sich wie meterhohe Wellen vor mir auftürmen und mich zu ertränken drohen, aber ich will versuchen, auf ihnen zu surfen. Weil ich mich selbst immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss und will. Weil Herausforderungen dazu beitragen, dass sich meine Persönlichkeit entwickelt. Ich will nicht stehen bleiben. Ich will rasten dürfen, wenn ich es möchte. Es nicht müssen, weil man es von mir erwartet. Wenn ich aus der Puste bin, kenne ich mich selbst gut genug, um zu wissen, wann ich mal für eine Pause anhalten muss. Ich will ich selbst sein, ich selbst sein dürfen. Ich will mich weiter verändern, ohne, dass man mir das zum Vorwurf macht. Ich will auf die Schnauze fallen, mir die Knie aufschürfen, ich will lieben mit allem was ich habe, auch wenn das oft naiv ist und ich es eigentlich besser wissen müsste. Ich will nicht irgendwelchen Erwartungen entsprechen. Ich will mich selbst so gut kennen, dass ich Dinge aus Überzeugung sage und tue und nicht, um andere zu überzeugen. Und das wird nicht leicht. Denn meine Handlungen waren in der Vergangenheit dadurch angetrieben worden, dass es Ängste gab, vor denen ich weggerannt bin. Selten habe ich etwas getan, was ich nur für mich getan hab. Einzig und allein für mich.

Und ich hab Angst. Denn ich bin himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, ich bin ganz oder gar nicht, ich bin laut und leise, ich bin bunt und grau, ich bin emotionslos oder sprudel‘ vor Gefühlen über. Manchmal ist die Willenskraft so in mir präsent, dass man meinen könnte, ich bestünde nur aus ihr und dann bin ich so lustlos, dass ich es nicht mal aus dem Bett schaffe. Ich will so sehr aufstehen, mit dem Kinn nach oben gerichtet, meine Brust rausstrecken, mich nicht klein machen, aber das ist für jemanden wie mich nicht leicht. Die kleinste Erschütterung kann dazu führen, dass das Konstrukt „Lydia“, Prototyp I, ins Wanken gerät und dann einstürzt. Aber ich will es versuchen. Weil ich immer wieder aufstehen werde. Auch, wenn es seine Zeit braucht. Auch, wenn es manchmal in Zeitlupe passieren wird. Auch, wenn ich es an manchen Tagen dann trotzdem nicht schaffen werde. Aber ich werde es versuchen – für mich.





Und damit wünsche ich euch allen einen guten Start in das Jahr 2016, auch, wenn es eigentlich nur ein Datum ist, das sich ändert. Denkt daran, dass ihr an euren Träumen und Zielen festhaltet. Denkt daran, dass ihr schwach sein dürft, auch, wenn man euch manchmal das Gefühl gibt, ihr dürft es nicht. Denkt daran, dass ihr alles schaffen könnt, wenn ihr es nur wollt, aber denkt auch daran, dass ihr euch dafür die Zeit nehmen dürft, die IHR braucht.

Tschüss 2015.
Hallo 2016.

Personal

Wer bin ich und ist das auch okay so?

„Du hast dich so verändert.“ Okay. Aha. Was soll ich dazu jetzt sagen? Entspreche ich jetzt nicht mehr deinen Erwartungen oder wie? Ist das jetzt was Positives oder Negatives? Führst du das noch weiter aus? Wie oft führt man im Leben eigentlich diese Unterhaltung? Bestimmt zu oft. Veränderung ist aber normal. So vieles hat Einfluss darauf, wie wir Dinge wahrnehmen, wie wir sie sehen, wie wir bestimmten Themen gegenüber eingestellt sind. Uns widerfahren regelmäßig Sachen, die uns maßgeblich verändern, die ein Umdenken bei uns anstoßen. Manchmal merken wir es direkt, weil es uns irgendwo ganz tief trifft, manchmal aber fällt es einem selbst auch erst nach Wochen oder Monaten auf. Und das ist okay. Das MUSS okay sein.

Natürlich sollte man sich selber beobachten. Aufpassen, dass man nicht irgendwo hindriftet, wo man wirklich nicht hingehört. Aber die Frage „Wer bin ich?“ ist nicht so leicht zu beantworten wie manche glauben. Es dauert Jahre, bis man überhaupt eine ungefähre Ahnung davon hat, wer man sein möchte. Und das ist okay. Vieles festigt sich natürlich mit der Zeit, aber es muss in Ordnung sein, neue Seiten an sich zu entdecken, neue Leidenschaften, sich gegen etwas aufzulehnen, von dem man dachte, man stehe voll dahinter. Und es muss auch okay sein, mehr als nur eine Facette zu haben, denn ein Mensch ist ein Bündel von Gedanken, Emotionen, Geschichten, Erlebtem, Erfahrungen. In manchen Situationen ist es uns möglich, uns zu reflektieren, zu differenzieren und Abstand von emotionsgeladenen Themen zu nehmen. Manchmal aber auch nicht. Ich bin nämlich nicht nur EINE Farbe. Ich bin mal Schwarz, mal Weiß, mal Rosa, mal Grün, mal Gelb, mal Grau. Und manchmal, da bin ich auch ein Regenbogen und sprudel‘ über.

Denn manchmal lache ich so laut, dass am anderen Ende des Gleises jemand zu mir rüber schaut. Manchmal weine ich aber auch so laut, dass meine Nachbarin zu mir hoch kommt und fragt, ob alles okay ist. Ich bin manchmal ganz hoch oben, bin selbstbewusst und weiß was ich kann, nur um im nächsten Moment so voller Selbstzweifel zu sein, dass ich nicht mehr weiß wohin mit mir. Manchmal führe ich Krieg gegen mich selbst oder ich führe den Krieg gegen jeden Menschen in meiner Umgebung. Ich bin mal die Nachdenkliche, Introvertierte, die sich eher zurückzieht, um das Geschehen von Außen zu betrachten, dann bin ich wieder die Laute, Extrovertierte, die es schafft ohne Stottern und Herzrasen auf fremde Menschen zuzugehen. Ich trage manchmal wochenlang meine Kleidung nur in Schwarz und Grau, um dann dazwischen auch mal einen ganz bunten Tag zu haben. Ich bin ein „Ganz oder gar nicht“-Mensch, aber auf der anderen Seite wiederum unendlich sensibel und verletzlich. Ich bin ein Emotionsbündel. Und ich habe mehr als eine Facette. Manchmal funktioniere ich „wie gewohnt“ und manchmal ist nicht nur eine Schraube locker, sondern das ganze Getriebe im Eimer.

Und das ist okay.

„Phasenweise finde ich alles phänomenal und dann gibt’s diese Phasen da sind mir alle Menschen egal.“