Bloggerissues, Internet, Society

7 Dinge, die Instagram Stories noch braucht (oder auch nicht).

Es war DAS Thema vergangene Woche: Instagram Stories. Die gesamte Agentur kannte kein anderes Thema. Einig waren wir uns eigentlich alle in dem Punkt, dass es eine ziemlich krasse Nummer von Mark Zuckerberg ist, da er sich nicht nur von Snapchat hat inspirieren lassen, sondern ganz dreist kopiert hat – aber zumindest gibt das der Tech-Chef bei Instagram offen zu. Tja, das passiert, wenn man sich mit Facebook anlegt und ein Milliarden-Angebot ablehnt. Aber wie dem auch sei: wir können uns jetzt weiter aufregen, oder aber wir schauen, wie sich das entwickelt und was wir mit Instagram Stories anstellen. Und weil ich Internet mache, habe ich mir das neue Feature von Instagram mal etwas genauer angeschaut.

Als ich Instagram Stories mit Snapchat verglichen habe, kam mir sofort der Gedanke, dass Instagram Stories die „erwachsene Version“ von Snapchat ist. Ohne die Filter, die die Stimme verzerren, ohne dass aus meinem Kopf eine hässliche Blume gemacht wird oder ohne, dass ich zum Hund werde. Man hat also direkt das wegrationalisiert, was nicht zu der Instagram-Attitüde passt: Hauptsache hübsch. Klar, ist ja auch nicht massentauglich, das finden nämlich nur die Freunde witzig. Genauso wie den bescheuerten Faceswap-Filter, den ich ohnehin nie verstanden habe. Ich habe Leute dabei beobachtet, wie sie sich KAPUTT GELACHT haben, ob der Tatsache, dass ihr Gesicht in einen anderen Kopf gesteckt wurde. UUULTRAWITZIG. Nicht.

Wie ihr also vielleicht rauslesen könnt, bin ich großer Fan von Instagram Stories. Es ist einfach hübscher (die viel schöneren Filter, die Font und die vielen Farben!), reduzierter, in Instagram integriert – das heißt eine App weniger auf dem Smartphone –, man erreicht viel mehr Menschen und das vielleicht Wichtigste: man muss sich nicht mehr auf die Suche nach dem Snapchat-Namen seines Lieblingsbloggers machen, um ihn dann umständlich in Snapchat hinzuzufügen. ABER: Es gibt Dinge, die die App noch unbedingt braucht – und auch einige, auf die ich gut und gerne verzichten könnte.

Instagram Stories – ein kurzweiliger Hype oder darf es bleiben? Instagram Stories braucht noch ein paar Features und auf manches darf es auch verzichten...

ERSTENS. Was wir als allererstes brauchen? Ein Verb für das Posten von Instagram Stories! Auf Snapchat gab es snappen und für Instagram Stories gibt es… Ja, GENAU. Nichts. Kein Verb. Es ist so anstrengend darüber zu sprechen, da man es nicht vom normalen Posten auf Instagram trennen kann, wenn man es einfach instagrammen nennt und der Name Instagram Stories bietet sich auch nich an, um ihn einfach abzukürzen oder in ein Verb umzuwandeln. Hat jemand eine Idee?

ZWEITENS. WIR BRAUCHEN EINE FILTER-OPTION! Ich folge über 1000 Leuten auf Instagram – und bekomme natürlich automatisch angezeigt, wenn sie was in ihre Instagram Story posten. Dort landet alles viel ungefilterter als auf Instagram selbst und ich werde überflutet. Deshalb brauchen wir die Option, den Instagram Stories von Leuten zu entfolgen, ohne dass man ihrem „normalen Account“ entfolgt. Oder die Möglichkeit, Listen anzulegen. Manche Instagrammer wurden mir durch Instagram Stories entweder unsympathisch oder ich bekomme ZU VIEL von ihnen mit – HILFE!

DRITTENS. Bitte, bitte liebe deutschsprachigen Blogger: bleibt beim Deutsch oder lasst es, wenn ihr in eurem Englisch sehr (!) unsicher seid. Wenn man euch die ganze Zeit auf Snapchat verfolgt und euch auf Deutsch hat reden hören ist man nicht nur irritiert, es wirkt auch sehr gezwungen, wenn man euch auf Instagram Stories plötzlich Englisch reden hört. Als es noch Snapchat gab (…), konnte euch auch jeder adden – egal woher er oder sie kam. Wieso also jetzt den Unterschied machen – besonders, wenn das Englisch nicht so gut sitzt?

VIERTENS. Ich hoffe inständig, dass Instagram Stories auf Spielereien wie die Gesichtsfilter oder auf die Einführung von Bitmoji verzichtet. Das ist einfach nicht schön und würde mir Instagram Stories schon ein wenig versauen. Geht’s da nur mir so? Bitte sagt mir, dass es nicht nur mir so geht. Einige Instagrammer nehmen sogar extra Fotos oder Videos mit den Filtern in Snapchat auf, um sie dann in ihre Instagram Story hochzuladen. Really? Also, wenn dann entweder oder.

FÜNFTENS. Wie cool wäre es, wenn man Stories mit einem Hashtag versehen könnte? Oder Stories, die man dann auf der Karte sehen kann, wenn man einen Ort angibt? So würde man noch viel leichter neue Leute finden und erreichen. Das wäre bestimmt toll für Events, um so noch bessere Eindrücke zu vermitteln oder zu bekommen. Also genau das, was bei Snapchat unmöglich war, wird bei Instagram Stories vorstellbar.

SECHSTENS. Man kann zwar einstellen, dass bestimmte Leute die eigene Instagram Story nicht anschauen dürfen, aber wenn man über eine gewisse Anzahl von Followern hinaus kommt, wird das anstrengend. Wie praktisch wäre es also, seine Follows zu kategorisieren? Man könnte manche Stories für ganze Listen ausblenden oder bestimmte Stories, die nur für einige Leute interessant wären, an einen konkreten Personenkreis senden – wie bei Facebook. Natürlich ist das nur bis zu einer bestimmten Follower-Anzahl sinnvoll, aber für diejenigen, die Instagram nur für Freunde und Familie nutzen, wäre das sicher eine gute Sache.

SIEBTENS. Last but not least und natürlich ganz klar: die technischen Spielereien, die bei Snapchat NICHT nervig waren. Die Option Videos schneller oder langsamer laufen zu lassen, die Möglichkeit den Text kleiner zu machen um unschöne Zeilenumbrüche wie auf dem zweiten Bild zu vermeiden, ich will auch wieder die Schrift einfärben können UND, dass man Text UND Emojis setzen kann – derzeit geht das nämlich nicht getrennt voneinander. Düdüm.

Danke. Bitte.

Allgemein, Personal, Society, Travel

#lydiasagtGUDE // Part II

Als ich das letzte Mal über das „Abenteuer“ #lydiasagtGUDE geschrieben habe, stand noch nicht fest, in welche Stadt in Deutschland es mich für mein Praxissemester (und noch länger) verschlagen wird. Die Auswahl an Unternehmen und Standorten war groß und ich hatte Schwierigkeiten dabei, nach welchen Kriterien ich mich denn nun entscheiden sollte. So viele Faktoren spielen in diese Entscheidung mit rein und jeder dieser Faktoren hat nochmal eine eigene Gewichtung – was ist wichtig und was weniger wichtig – und vor allen Dingen: warum? Ich bin zu sehr Perfektionistin, um einfach nach meinem Bauchgefühl zu entscheiden. Ich habe Excel-Tabellen und Pro- und Contra-Listen erstellt bis die ganzen Namen und Zahlen und Vorteile und Nachteile vor meinem Auge verschwommen sind.

Einfach so meine heimischen vier Wände verlassen, die in den letzten Jahren zu all dem geworden sind für das ich stehe, und mit meinen Katern unter’m Arm in eine Großstadt ziehen? Für andere normal, doch für mich war das bisher immer etwas, das nur andere tun, aber nicht ich. Irgendwie unerreichbar. Etwas, hinter das ich schon lange vor meinem Studium einen Haken gesetzt habe. Zu eingeschränkt bin ich in meinen Möglichkeiten und zu viele Steine werden mir immer und immer wieder in den Weg gelegt. Aber das wollte ich nicht einfach weiter so hinnehmen. Mir macht das Fremde und Neue einer unbekannten Stadt keine Angst – eher im Gegenteil: ich freue mich darauf, neue Ecken und Lieblingsorte zu entdecken. Ich fürchte mich auch nicht davor, vielleicht keinen Anschluss zu finden – wenn’s sein muss, bin ich ein sehr aufgeschlossener Mensch. Und ich habe auch kein Problem damit, alleine zu sein – das habe ich innerhalb der letzten Jahre gut lernen können. Ich habe eher Angst davor, welche Schatten mich verfolgen werden und welche großen Felsbrocken mir noch in den Weg gelegt werden, an denen ich mir dann die Zähne ausbeißen werden muss.

Und dann suche ich mir auch noch die Stadt aus, in der das Wohnen innerhalb Deutschlands zuletzt am teuersten war: München. Sauber. Aber warum gerade diese Stadt, Lydia? Mich verschlägt es nach München, weil beruflich gesehen eine Chance auf mich wartet. Außerdem habe ich mich in die Stadt verliebt und ehrlich gesagt, finde ich, dass München gut zu mir passt. Nicht wegen dem Klischee, dass dort nur „versnobte, neureiche Schnösel“ wohnen, denn das Vorurteil ist nur zum Teil berechtigt. (Und ganz ehrlich: ich bin ziemlich weit von diesem Klischee entfernt, oder?). Sie passt gut zu mir, weil Berlin etwas zu dreckig, Hamburg etwas zu nordisch, Frankfurt etwas zu bänkerisch und Leipzig etwas zu alternativ ist. München ist die perfekte Mischung aus der Ordnung, die ich so sehr liebe, weil die Stadt sauber und gut strukturiert ist und einer Szene, die genau dem entspricht, wie ich mir meine Abend- und Wochenendgestaltung vorstelle: nämlich mit ganz viel Hip Hop Jams und Rap-Konzerten.

Also: in 3,5 Monaten ziehe ich mit Sack und Pack nach Bayern, lasse das heimisch gewordene Hessen hinter mir und in meinem Kopf habe ich schon etliche Listen erstellt, auf denen ich dokumentiere, was ich bis dahin noch alles erledigen muss. Bis Anfang Juli ist es nämlich auch nicht mehr sooo lange hin… Ich geh dann mal einen Pack- und Organisationsplan erstellen…

Music, Society

SXTN – bitte wovon redest du?!

Ne, ich habe nicht gerade etwa geniesst, als ich mir den Titel für diesen Blogeintrag ausgedacht habe und mich dadurch inspiriert gefühlt – SXTN sind nämlich zwei ziemlich heiße Mädels aus Berlin, die nicht auf den Mund gefallen sind. Das Video, das Juju und Nura vor knapp über einer Woche aus dem Nichts veröffentlicht haben, schockt sicher den Einen oder Anderen – ich glaube expliziter geht’s nicht mehr – und gleiches gilt für den Inhalt des Tracks. Aber ich finde ihn und das Video überragend. Besonders für ein Duo, von dem man vorher noch nichts gehört hatte. Ich würde sagen: da wusste jemand, wie man eine Bombe baut und mit ihr einschlägt.

Wer sich mit mir schonmal über Musik unterhalten hat, der weiß eigentlich eins sicher: Frauen haben meiner Meinung nach nicht viel mit Rap und Hip-Hop zu tun. Was diese Ansicht angeht bin ich wie ein Veganer: ich muss sie in solchen Gesprächen immer direkt jedem unter die Nase reiben. Ich bin erstmal jedem Female MC total ANTI gegenüber eingestellt. Es gibt nicht viele weibliche Rapperinnen in Deutschland und dementsprechend findet man auch wenig gute und, wenn man dann mal eine entdeckt, die man gut findet, fängt die plötzlich an, rumzuträllern und gefühlsduseligen Kram zu schreiben. Und da kamen mir die beiden gerade recht!

Die Mädels kommen, wie sie selbst sagen, aus der Unterschicht und machen sich nichts draus. „Deine Mutter“ ist in ihren Augen einfach nur ein Battle-Track ohne tiefere Aussage („Wir lieben alle Mütter! Und unsere Mütter feiern das Video auch!“) und REALER als Juju und Nura geht es ja wohl echt nicht – ich jedenfalls kaufe es ihnen zu 100% ab. Die Vorschau am Ende des Tracks (Hallo Schwesta Ewa!) und die beiden neuen Titel, in die man schon in einem Interview mit Visa Vie bei „Irgendwas mit Rap“ reinhören durfte, lassen meine Vorfreude auf MEHR einfach so krass in die Höhe schmettern. YOU GO GIRLS.
















via

Aber selbst Visa Vie, die schon lange im Rap-Business ist, ist in dem Interview sehr verunsichert und erwähnt in der Radio-Show SO oft, dass es sich um expliziten Inhalt handelt und dass sich niemand angegriffen fühlen soll. Das zeigt doch mal wieder, welches Bild rappende Frauen in der Gesellschaft haben (jetzt mal abgesehen von meinem ganz persönlichen Bild)… denn: wenn sowas von Männern gekommen wäre, wäre das wahrscheinlich akzeptierter gewesen als das Video von Juju und Nura. Lustigerweise bedienen sich die Mädels an klassischen Elementen aus „normalen“ Rap-Videos und im Prinzip könnte man anstatt der beiden auch einen Haftbefehl ins Bild setzen und es würde immer noch passen. Aber SXTN nehmen den ganzen Hass mit Humor, hauen ein lockeres „feel free to hate“ raus und machen die Haterkommentare zu Witzen. Find ich gut – und ich werde weiterhin auf den Track abfeiern bis er mir aus den Ohren raushängt. Denn seien wir mal ehrlich: jedem einzelnen von euch fällt jemand ein, dem er das gerne mal ins Gesicht schreien würde. Ein bisschen Hass und Wut rauszulassen kann ganz schön befreiend sein und das geht mit „Deine Mutter“ einfach besonders gut.

Ich würde gerne in die Diskussion mit euch einsteigen, da selbst meine rap-hörenden Freunde etwas geschockt von dem Track waren. Sagt mir: ist euch das auch zu krass? „Darf“ man als Frau so sprechen? Ist das in euren Augen vielleicht unweiblich? Warum „dürfen“ Männer das?