Internet, Personal, Society

Wie werde ich das Stigma „Modebloggerin“ los?



Das vergangene Jahr ist hier auf meinem Blog nicht wirklich viel passiert und ich habe vor einer Weile schon erklärt, wieso das so ist: ich kann mich mit dieser Welt nicht mehr identifizieren. Ich habe versucht, irgendwie wieder den Einstieg zu finden, aber ich wollte keine Modebloggerin mehr sein. Das bedeutet nicht, dass ich nicht mehr darauf achte, was ich anziehe und nur noch in Jogginghose herumlaufe (zumindest außerhalb meiner vier Wände…), aber Mode ist nicht mehr der Mittelpunkt meines Lebens. Meine Prioritäten haben sich verschoben. Ich will nicht über die Höhe meiner Absätze, über den Preis meiner Taschen oder über die Marke meiner Kleider definiert werden. Ich möchte nicht mein ganzes Leben danach ausrichten, hübsche Instagram-Fotos schießen zu können oder mir zu viele Gedanken darüber machen, ob mein Outfit nun blogtauglich ist oder nicht. Das heißt natürlich nicht, dass ich Modebloggerinnen per se verurteile, aber ICH persönlich möchte dieses Stigma loswerden und kein Teil mehr von dieser Welt sein.

Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, wer ich sein will und was ich auf meinem Blog vermitteln will. Und es ist schwierig, diesen Übergang zu schaffen. Dieser Schritt oder besser gesagt die Angst davor, diesen Schritt endlich zu gehen, hat mir die letzten Monate die Lust am Schreiben genommen. Mein Blog ist seit über 7 Jahren mein Kapital, mein Tagebuch. Der Ort, an dem ich vieles verarbeite und Dinge, die für mich von Bedeutung sind, mit der Welt teile. Er hat mir viele Türen geöffnet, nie hat er zu etwas Negativem geführt. Das Bloggen also ganz sein lassen? Undenkbar.

Natürlich habe ich Angst davor, meine Leser vor den Kopf zu stoßen. Sie haben meinen Blog bisher unter anderem aus Gründen gelesen, die ich jetzt komplett abschütteln möchte. Wie geht man mit diesem Gedanken um? Von vorne anzufangen käme für mich nicht in Frage. Der Blogname ist meine Identität. Ich BIN Lydia Lucia. Das wird sich nicht ändern und es wäre auch nicht richtig, das ändern zu wollen. Und es ist auch falsch, sich beim Bloggen darüber Gedanken zu machen, ob man nun seinen Lesern entspricht oder nicht. Das ist mein Blog, ich kann hier im Prinzip tun und lassen was ich will. Und ich glaube, ihr seht das genauso. Und ich will nicht aufhören, nur weil dieser Richtungswechsel bedeutet, dass ich mir meine Leserschaft fast komplett neu erschließen muss.

Was erwartet euch also? Die Kategorien habe ich komplett über den Haufen geworfen. Fashion und Beauty werden hier in Zukunft kaum bis gar nicht stattfinden. Dafür werde ich viel über Musik und Konzerte schreiben, Hip Hop & Rap im Speziellen (damit werde ich wohl die meisten vergraulen…), aber auch über Bücher, Politik und gesellschaftliche Themen. Es gibt aber auch zwei Themen, die auf meinem „alten“ Blog Platz hatten und es auch in Zukunft haben sollen: Reisen und Inneneinrichtung. Und meine Anekdoten, meine persönlichen Geschichten, die werden auch nicht verschwinden. Mir fehlt das Schreiben, aber ich will nicht mehr über Mode und Beauty schreiben.

Wenn ihr bleibt, finde ich das schön. Wenn nicht, ist das auch okay. Mein Blog muss sich eben mit mir entwickeln, da ich vor einiger Zeit beschlossen habe, meine Person auch zu meiner Identität im Netz zu machen.