Personal, Travel

#lydiasagtGUDE // Part I

Ich sitze im Bus und schaue aus dem Fenster. Die immergleichen Fassaden ziehen vorbei. An jeder Ecke flackert eine Erinnerung auf. Ein Kuss, erst zaghaft, dann stürmisch. Ein Streit, erst laut und dann wieder vergebend. Ein Foto das ich geschossen habe und das eine Zeit lang einen Platz an meiner Wand bekommen hat, bis der Moment verblasst ist und unwichtig wurde. Ein Spaziergang im Winter, mit kalter Nase und noch kälteren Fingerspitzen. Ein ganz besonderer Kaugummiautomat mit einer naiv-romantischen Edding-Kritzelei des ersten Freundes. Das Café, in das man eine Zeit lang gerne gegangen ist und das die beste heiße weiße Schokolade der Stadt hat. Der Kiosk, an dem der ältere nette Herr immer ein paar Bonbons mehr in die Tüte gepackt hat, der aber schon lange nicht mehr dort arbeitet. Meine Stadt ist vollgepflastert mit Erinnerungen. Erinnerungen an den Menschen, der ich einmal war, der ich aber nicht mehr bin. Manche von ihnen tun weh, andere wiederum behalte ich gerne im Kopf.

Jetzt laufe ich mit nach oben gerichtetem Kinn und festem Schritt über die asphaltierten Bordsteine dieser Stadt als würde sie mir gehören – und ich habe mich eine Zeit lang auch wirklich wohl hier gefühlt. Im Sommer, wenn man ins Schwimmbad eingebrochen ist, um bei Vollmond nackt zu baden und im Dunkeln kreischend die Rutsche runter zu schlittern. Oder wenn der erste dicke Schnee lag und man nachts auf dem Heimweg vom Club die noch unberührten Flocken unter seinen Füßen knirschen hörte, wenn es sonst in der Stadt absolut still war. Aber egal ob laut oder leise: Hier bin ich zu der Person geworden, die ich jetzt bin. Wer ich wohl geworden wäre, wenn ich woanders erwachsen geworden wäre? Gedanken, die ich mir mache, seitdem ich weiß, dass mir nicht mehr viel Zeit in dieser Stadt bleibt.

Die Zeit rast nämlich an mir vorbei und ich weiß, dass ich hier nicht bleiben kann – nicht bleiben will. Ich fühle mich eingeengt. In meinen Möglichkeiten beschränkt. Ich brauche einen Tapetenwechsel. Ich will zur Haustür hinaus gehen und mitten im Leben stehen, Trubel um mich herum haben, in der Anonymität der Masse untergehen können – aber nicht so wie in Frankfurt, so kalt und arrogant. Man könnte sagen wir haben uns auseinandergelebt. Aber eigentlich tut es mir kein bisschen leid. Ich weiß, dass es nicht leicht wird, ganz auf sich allein gestellt rauszukommen. Es wird ein langer Weg, aber ich will zumindest versuchen, ihn zu gehen. Entweder schaffe ich es oder ihr könnt mir dabei zuschauen, wie ich kläglich scheitere.

Also heißt das ganz konkret: für mein Praxissemester gehe ich raus dem Herzen Hessens und ab nach Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart, Leipzig oder doch nach München…? Wo die Reise Mitte des Jahres hingeht, steht noch nicht fest. Aber ich nehme euch auf meinem Weg mit und ihr dürft mich die nächsten Monate unter dem #lydiasagtGUDE gerne auf Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat (lydialucia) begleiten.



#lydiasagtGUDE

Ein Notizbuch* in dem alles Wichtige steht und in das man alle Eindrücken sammeln kann… / Ein sommerliches (schließlich geht das Abenteuer im Juli los!) bequemes Umzugs-Outfit bestehend aus einem einfachen weißen Shirt*, einer Boyfriendjeans*, gemütlichen Sneakern* und einer lässigen Sonnenbrille* – mehr braucht man doch echt nicht… / Ein neuer Schlüsselanhänger* für den ebenso neuen Lebensabschnitt… / Und ein Fahrrad* um die neue Stadt so viel besser erkunden zu können und um sich die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen!

5 Gedanken zu “#lydiasagtGUDE // Part I

  1. H schreibt:

    Ich folge deinem Blog jetzt schon eine Weile und ich find dich einfach nur super süß :) Wenn du dich für Hamburg entscheiden solltest (ich bete es!!), dann meld dich bei mir (kannst dich auch so gerne bei mir melden, aber bei Hamburg wäre das mit einem Treffen viel leichter ;))

    Grüße
    H

  2. Pingback: #lydiasagtGUDE // Part II - LYDIALUCIA.DE

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